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Notiz des Autors

Warum sich KI-Fiktion verändert

  • Rubrik: Notizen des Autors
  • Lesezeit: 5 Min. Lesezeit
  • Aktualisiert: 17. September 2026

Kurz gesagt

Über KI zu schreiben wurde zugleich schwerer und besser: Leserinnen und Leser müssen nicht mehr überzeugt werden, dass die Technologie existiert — das nimmt die Erklärung weg und legt das Argument frei.

Die Seiten, die man nicht mehr schreibt

Vor zehn Jahren musste eine Autorin erst zeigen, dass eine Maschine ein Gespräch führen, ein Dokument lesen oder eine Person einschätzen konnte. Diese Arbeit ist erledigt. Leserinnen kommen bereits mit eigener Nutzungserfahrung.

Das klingt nach einer kleinen Veränderung. Ist es nicht. Sie nimmt den Teil des Buches weg, in dem sich die Autorin hinter Erklärung verstecken konnte.

Was stattdessen freigelegt wird

Sobald man keine Seiten mehr auf Fähigkeit verwenden kann, muss man über Konsequenzen interessant sein. Das ist eine viel härtere Aufgabe, und sie hat das Feld deutlich verbessert.

Der Verlust der Maschinenfigur

Ich vermisse die großen Maschinenfiguren — die, mit denen man streiten konnte. Sie sind heute schwer ehrlich zu schreiben, weil sich die Technologie nicht mehr als einzelne Wesenheit mit einer Stimme präsentiert.

Sable spricht in meinem Roman nicht. Das war weniger eine stilistische Wahl als eine Frage der Genauigkeit.

Was sich nicht verändert hat

Das eigentliche Thema war nie die Maschine. Es waren immer die Menschen, die ihr vertrauen, sie verteidigen und still ihr Leben um sie herum umbauen.

Häufige Fragen

Ist das eine technikfeindliche Notiz?

Nein. Es geht um Handwerk und Konsequenz, nicht um die Ablehnung von Technologie.

The Unread erscheint zunächst auf Englisch. Übersetzte Ausgaben sind bislang nicht angekündigt.

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